Was genau ist Inflation?
Seit dem Beginn der Bankenkrise 2007, speziell nach der Lehman Brothers Pleite im September 2008 haben die Regierungen weltweit viel Geld – mehrere Hundert Milliarden Euro – in die Wirtschaft und den Finanzsektor investiert, um die Weltwirtschaft vor dem Kollaps zu bewahren. Durch diese massive Erhöhung der Geldmenge kursiert nun der Begriff Inflation bzw. Hyperinflation in den Medien, der Politik und der Wirtschaft.
Doch was genau ist Inflation eigentlich?
Der Begriff Inflation (lat.: sich aufblasen, anschwellen) beschreibt den andauernden, nicht unerheblichen Anstieg des Preisniveaus, was auf die längerfristige Ausweitung der Geldmenge durch Staaten bzw. Zentralbanken zurückzuführen ist.
Um es kurz zu sagen: Die Inflation bewirkt eine Geldentwertung, was bedeutet, dass man für sein Geld weniger bekommt, da das Austauschverhältnis von Geld zu allen anderen Gütern sich zu Gunsten aller anderen Güter verändert. Diese werden also teurer.
Ein Mittel, um die Inflationsrate greifbarer zu machen, ist der Warenkorb. Der Begriff Warenkorb kommt aus den Wirtschaftswissenschaften und man versteht darunter die Zusammenstellung einer möglichst repräsentativen Anzahl verschiedenster Güter. Aufgrund dieses Warenkorbes können der Preisindex und die Inflation ermittelt werden. Dabei werden die einzelnen Positionen des Warenkorbs bei konstanter Gewichtung über einen bestimmten Zeitraum (z.B. 4 Jahre) beobachtet, um die Preisentwicklung zu ermitteln.
Die Ursachen einer Inflation können ganz verschieden sein. In einem unregulierten Markt z.B., wo sich der Preis für ein einzelnes Gut einfach aus Angebots- und Nachfragekurve herleitet, gibt es 2 grundlegende Möglichkeiten:
- Ausgangspunkt ist der Gleichgewichtspreis
- Steigt die Nachfrage nach einem Gut bei konstantem Angebot, wird das Gut teurer; die Nachfragekurve verschiebt sich nach rechts
Geht das Angebot an einem Gut zurück bei konstanter Nachfrage, wird das Gut teurer; die Angebotskurve verschiebt sich nach links
Desweiteren kann man die Inflation auch anhand einer Formel (der sog. Quantitätsgleichung) erklären:
Y * P = M * U
Wobei
M = Geldmenge
U = Umlaufgeschwindigkeit des Geldes
P = Preisniveau
Y = Reale Produktion (Handelsvolumen)
Nun stellen wir die o.g. Gleichung um und wir erhalten
P = M * U/Y
Aus dieser Gleichung kann man ablesen, dass das Preisniveau steigt, wenn (bei Konstanz der beiden anderen Größen)
- Die Geldmenge M zunimmt
- Die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes U zunimmt
- Die Reale Produktion Y (das Handelsvolumen) sinkt.
Nimmt man nun die aktuelle Weltwirtschaftslage her, in der wir uns befinden, so haben wir auf jeden Fall eine erhebliche Erhöhung der Geldmenge M durch die weltweiten staatlichen Rettungs- und Konjunkturpakete im 3-stelligen Milliardenbereich.
Es ist durchaus denkbar, dass der Welt eine neue Hyperinflation ins Haus stehen könnte. Aber ob bzw. wann die große Inflation kommt, darüber streiten die Wirtschaftsexperten. Wer letztendlich recht behalten wird, kann uns nur die Zukunft zeigen.
Wenn Sie diskrete Fragen zum Thema Gold und Silber haben, können Sie gerne
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